Die gesellschaftliche Spaltung in den USA begann schon Jahre vor Trump…

Demokraten gegen Republikaner, links (obwohl ‚links‘ für die us-amerikanischen Demokraten ein komplett falscher Oberbegriff ist) gegen rechts, Chaos gegen ‚Katastrophe‘.

Wo diese nahezu an Feindschaft grenzende Spaltung der us-amerikanischen Wählerschaft ihren Anfang genommen hat, dieses unversöhnliche Aufeinanderprallen, das schildert Torben Lütjen in sehr lesenswerter Form. Auch die Gründe der für die politischen Verhältnisse in Europa, insbesondere in Deutschland nicht nachvollziehbaren ‚Nibelungentreue‘ der republikanischen Kongressmitglieder gegenüber Trump analysiert der Autor. Alle wissen genau, dass er eine Lüge an die andere reiht, dass Trump sowohl intellektuell als auch moralisch, ethisch, charakterlich eine katastrophale Fehlbesetzung ist. Dass er die Weltordnung  nicht nur durcheinander wirbelt. Sondern offensichtlich mutwillig zerstört. Weswegen ist dann mehr oder minder die Hälfte der us-amerikanischen Wähler fast schon fanatisch überzeugt von ihm. Weswegen fällt es den Demokraten in den USA so schwer, einen überzeugenden Gegenkandidaten zu finden?

Stellenweise wirft der Autor seinen analysierenden Blick auch auf Staaten, die nicht zu den USA gehören. Polen unter Kaczyński, das Aushebeln der Demokratie in Ungarn durch Orbán, die Türkei unter Recep Tayyip Erdoğan. Thematischer Schwerpunkt sind aber die Entwicklungen in den USA. Wobei er, der Autor, auch zwei mögliche Szenarien je nach Ausgang der nächsten Präsidentenwahl in den USA am 03. November 2020 schildert.

Diese und alle weiteren im Zusammenhang damit stehenden Fragen versucht der Autor zu beantworten. In einem gut lesbaren, gut verständlichen, teilweise humorvollen bis sarkastischen Stil. Beispiel von Seite 155: „Vielleicht sind Amerikas Bürger ja wie die Frösche im Kochtopf, die nicht merken, wie die Temperatur langsam steigt, bis es irgendwann zu spät ist.

Wobei des Autors Feststellungen stets nachprüfbar begründet sind. Der Anhang des Buches mit Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln, Literaturverzeichnis und Angabe der Online-Quellen samt letztem Zugriffszeitpunkt umfasst immerhin 26 Seiten. Torben Lütjens Feststellungen sind also wahrlich nicht aus der Luft gegriffen.

 

Nach der Lektüre der rund 200 wie erwähnt gut lesbaren, höchst informativen Seiten bin ich doch etwas verwundert, weswegen der Titel nicht in der Spiegel Bestsellerliste geführt wird.

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