Massimo Listri. Die schönsten Bibliotheken der Welt; Taschen Verlag

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Eine Augenweide, ein Genuss, eine Kostbarkeit – alles in einem!

Siebeneinhalb Kilogramm Buch, das ist schon ein Wort.

Ach was, was heisst schon Buch. Es ist ein umwerfend schöner, prachtvoller Band mit extrem schönen und extrem hochwertig gedruckten Farbfotos des italienischen Architekturfotografen Massimo Listri. Der seine Werke unter anderem in den Vatikanischen Museen, dem Kunsthistorischen Museum in Wien, dem Palazzo Reale in Mailand, dem Palazzo Pitti in Florenz, dem Museum für moderne Kunst in Buenos Aires, dem Morgan Library & Museum in New York, dem Museum für moderne Kunst in Bogota, dem Museo Nacional San Carlos in Mexiko-Stadt, dem Palazzo Reale von Turin, Palazzo del Quirinale in Rom, Benaki-Museum in Athen, im Staatlichen Museum Schusev in Moskau, der Galeria Nacional de Bellas Artes in Santo Domingo und auch dem Museo de Arte Italiano in Lima ausgestellt hat. Alles ein Beweis dafür, dass Massimo Listri nicht zur Kategorie der Paparazzi gehört. Seine Fotos sind Kunstwerke.

In dem äusserst sorgfältig gefertigten grossformatigen Band (400 mal 300 mal 70 Millimeter; schon das hellblaue Buchbändel ist 15 mm breit…) sind seine Fotos von insgesamt 55 auf der ganzen Welt zu findenden Bibliotheken zu betrachten. Nein, betrachten ist untertrieben, zu bewundern. Welche Wertschätzung Bücher, gedruckte Bücher, in denen zum Lesen geblättert werden konnte, erkennt man an den prachtvollen Bibliotheken.

Deren 17 in Italien (natürlich inklusive der Biblioteca Apostolica Vaticana) stehen; je zwei in Spanien und Portugal, je zwei in Irland und England, fünf stehen in Frankreich, eine in Schweden, eine in den Niederlanden, die nicht minder traumhafte Stiftsbibliothek in Sankt Gallen in der Schweiz, Deutschland ist mit acht, Österreich mit sieben Bibliotheken, die Tschechische Republik mit deren Zweien vertreten. Und jenseits des Atlantiks sind die USA (zwei), Mexiko und Brasilien mit je einer und zu guter Letzt auch noch Peru mit einem bibliophilen Traum vertreten.

Zu jeder der vorgestellten Bibliotheken wird in Englisch angegeben, wann von wem die ‚heilige Halle‘ gegründet wurde, welches die ‚Highlights‘ sind. Durch wie viele vorhandene Titel man sich durchlesen könnte. So man die Erlaubnis bekäme, diese gedruckten, teilweise handgeschriebenen Kostbarkeiten in die Hand nehmen zu dürfen.

Doch damit genug der Aufzählung der ausführlich mit Bild und Text dar- und vorgestellten Träume. Schon das Durchblättern lassen die Augen förmlich übergehen! Grossaufnahmen von einzelnen Regalen voller ledergebundener Bücher, Aufnahmen der ganzen Bibliotheks’hallen‘ mit ihren kunstvoll geschnitzten Seitenwänden der Regale. Ebenso prächtige Buchregale in den teilweise umlaufenden Emporen. Deckenmalereien wie sie schöner kaum sein können. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, die Freude und die Begeisterung findet schwerlich ein Ende. Die erläuternden Texte sind dreisprachig: Englisch, Deutsch, Französisch.

Dem einleitend erwähnten Gewicht des wahrhaft schönen Bandes kommt man schnell auf die Spur: die allesamt ganz- oder meist doppelseitigen Fotos sind auf einem sehr dicken und damit schweren Hochglanzpapier gedruckt. In bester Wiedergabequalität.
Das Papier der Textseiten ist ebenso dick/schwer wie das Fotopapier, von der Haptik her empfindet man das gerippte Papier nahezu wie Bütten handgeschöpft. Der hochwertige Einband besteht aus bedrucktem Leinen. Verarbeitet, gebunden ist das Werk in dazu passender herausragender Qualität.

Fazit: selbst wenn man diesen Band schon x-mal aus dem Regal genommen hat, wird man ihn immer wieder immer gerne zur Hand nehmen. Um sich jedes Mal erneut daran zu erfreuen. Unwillkürlich wird sich eine gewisse Ehrfurcht vor dem ‚Wissen der Welt‘ einstellen. So, wie der Band gefertigt ist, so schön, wie die Fotos sind, kommt sogar der Gedanke auf, sich vor dem Herausnehmen und Aufschlagen des Buches die bekannten dünnen weissen Seidenhandschuhe anzuziehen…
Bei den Werken vom Taschen Verlag ist das prinzipiell kein Fehler:
2016 schenkte Leonardo DiCaprio Papst Franziskus einen Hieronymus-Bosch-Band aus dem Taschen-Verlag.

Wer jetzt meint, 150,00 EUR – ganz schön teuer. ‚Nur‘ für ein Buch…

Erstens handelt es sich hier nicht um ein Wegwerf-Massenprodukt der Elektronikwelt, auf dem man sich mal eben durch Wikipedia, Google oder Bing wischt. Es ist ein exemplarisch schönes, sehr aufwändig gearbeitetes und damit auch wertbeständiges (Kunst-) Werk.

Zum Zweiten ist es bei weitem nicht das teuerste Buch aus dem Haus Taschen. Wer neben Interesse auch ein entsprechend gut gefülltes Bankkonto sein Eigen nennt, kann eventuell noch ein Exemplar der auf 1.697 Stück limitierten, von Piero Ferrari handsignierten Ausgabe des Titels ‚Ferrari‘ ergattern. Kostenpunkt je Band 5.000,00 EUR.

Die weitaus strenger limitierte Ausgabe, die in einer Art aufklappbarem Ferrari-V12-Motorblock samt Bodengestell ähnlich einer Ferrari-Auspuffanlage geliefert wurde, ist trotz des stolzen Stückpreises von 25.000,00 EUR nicht mehr zu bekommen…

Wobei kein Ferrari schöner sein kann, als die Bibliotheken, die „Die schönsten Bibliotheken der Welt“ sind.

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