LibreOffice 5 optimal nutzen für Ein und Umsteiger; Philip Kiefer, Markt & Technik Verlag

Bitte den Titel genau lesen! „… für Ein- und Umsteiger“

Die kleine ca. 230 Seiten starke Anleitung im Format eines Taschenbuches bietet wirklich nur die absolut notwendigen Grundlagen für die Installation und die Bedienung des leistungsstarken Office-Paketes.

Der Aufbau ist durchaus logisch und nachvollziehbar. Der Text gut verständlich. Und alle erklärten Arbeitsschritte, Arbeitsmöglichkeiten werden durchgängig mit farbigen, unmissverständlichen Bildschirmabbildungen illustriert. Auch alle Programme des LibreOffice-Paketes erläutert. Angefangen beim Textmodul Writer, das Kalkulationsmodul (vergleichbar zu Excel) namens Calc, das Programm zur Erstellung von Präsentationsfolien mit dem Namen Impress, Draw zum Erstellen von Grafiken, der Formeleditor Math (3 Seiten) und auch die Datenbank Base bekommt mit 15 Seiten ihren Teil ab. Das alles reicht sicher für das grundlegende Verständnis dieser Programme. Wobei Philip Kiefer den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Benutzeroberfläche legt. Diese ist weitgehend an die Oberfläche des grossen marktbeherrschenden (und teuren) Mitbewerbers Microsoft Office bis Version 2003 angelehnt. Die Symbole sehen etwas anders aus, haben aber die gleiche Funktion. Die Befehle tragen einen anderen, aber durchaus vergleichbaren Namen. Insofern macht das Büchlein für Ein- und Umsteiger wirklich Sinn.

Bei den Erklärungen zum Writer geht der Autor sogar so weit, die etwas fortgeschritteneren Funktionen wie Erstellen von Verweisen und Verzeichnissen, Formular-Steuerelemente etc. vorzustellen. Bei der Tabellenkalkulation Calc hingegen ist mit den Funktionen SUMME und MITTELWERT das Ende der Fahnenstange erreicht. Bedauerlicherweise wird nicht einmal die zum sinnvollen Einsatz eines Kalkulationsprogrammes notwendige Unterscheidung zwischen relativen und absoluten Zellbezügen erklärt, von den sogenannten gemischten Bezügen ganz zu schweigen. Die Aussage, Zitat von Seite 88, „… lernen Sie … alle wichtigen Funktionen des Tabellenkalkulationsprogrammes Calc kennen.“ ist demnach sehr hoch gegriffen.

Angaben über die Kompatibilität der verschiedenen Dateiformate existieren. Leider fehlt aber jegliche Information über die maximale Grösse der verschiedenen Dateien. Aus wie vielen Seiten darf eine Textdatei bestehen? Mit wie vielen Spalten und Zeilen kann eine Tabelle von Calc höchstens aufgebaut werden? Wie viele Tabellenblätter können in einer Calc-Datei erstellt werden?

Fazit: ein nettes Büchlein, gut gemacht, verständlich, für Einsteiger und Umsteiger, die sich nur mit der Bedienung von LibreOffice 5 vertraut machen wollen, gut geeignet. Wer mehr erwartet, wird enttäuscht sein. Aber diese Tatsache kommt ja schon im Untertitel zum Ausdruck.

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