Kurze Antworten auf große Fragen; Stephen Hawking; Klett-Cotta

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Ein paar Sätze müssen zweimal gelesen werden, um sie zu verstehen. Aber dann..!

Wer kennt Stephen Hawking nicht? Was der geniale Mensch hier auf den 236 Seiten an Gedanken äussert, ist allemal lesenswert. Auch wenn man bis dato weder mit höherer Mathematik noch mit der Erforschung des Universums allzu viel bis gar nichts zu tun hatte. Das Buch liest sich sehr gut, auch wenn die eine oder andere Feststellung zwei-, dreimal gelesen werden muss, um sie zu verstehen.

Die Fragen, auf die Stephen Hawking eine Antwort gibt oder bei manchen auch zu geben versucht, lauten
1. Gibt es einen Gott?
2. Wie fing alles an?
3. Gibt es intelligente Lebewesen im Universum?
4. Können wir die Zukunft voraussagen?
5. Was befindet sich im Inneren der Schwarzen Löcher?
6. Sind Zeitreisen möglich?
7. Werden wir auf der Erde überleben?
8. Sollten wir das All besiedeln?
9. Wird uns künstliche Intelligenz den Rang ablaufen?
10. Was hält die Zukunft bereit?

Ohne der Lektüre vorgreifen zu wollen: die Antworten, die Stephen Hawking auf diese Fragen gibt, sind zum Grossteil absolut schlüssig. Wobei man nicht bei all seinen Antworten aus Überzeugung zustimmen muss. Es steht zu befürchten, dass die Menschheit schlicht zu blöd, zu eigennützig ist, die Antwort auf Frage Nummer 9 so zu übernehmen in Stephen Hawkings ernst gemeintem Sinn zu übernehmen. Dabei denke mal an die Entwicklungsbemühungen der USA und auch Russlands, ‚intelligente‘ Kampfroboter für den Krieg der Zukunft zu entwickeln. Die selbständig über Ihre taktische Vorgehensweise und auch darüber entscheiden, wen sie umbringen…

Ob der Seifen-Opern-Darsteller, der momentan den amtierende US-amerikanische Präsident mimt, dazu fähig ist, die Antworten auf Frage 7 zu verstehen, muss leider stark bezweifelt werden. In dem Zusammenhang, auch der ’smarte‘ Vorsitzende der FDP, der in Folge der Dotcom-Blase mi seiner Firma Moomax Kredite in Höhe von zwei Millionen Euro in den Sand setzte, wird diese Antworten kaum verstehen. Soweit er fordert, die Bemühungen, das Weltklima zu retten ‚Profis‘ (wie ihm?) zu überlassen. Anstatt die Schüler, die mit ihren Freitags-Protesten endlich politisch aktiv werden, zu unterstützen.

Zitat Seite 46:
„Aber es gibt auf diesem Planeten noch andere Herausforderungen, andere große Probleme, die beantwortet werden müssen. Dafür brauchen wir eine junge Generation, die interessiert, engagiert und wissenschaftlich gebildet ist. Wie werden wir eine ständig wachsende Weltbevölkerung ernähren? Für sauberes Wasser sorgen, erneuerbare Energie erzeugen, Krankheiten verhindern und heilen sowie die globale Klimaerwärmung drosseln? … Wir alle sind Zeitreisende, die gemeinsam auf dem Weg in die Zukunft sind.“
Das steht ja wohl in diametralem Gegensatz zu Lindners Aussage, die er im März 2016 bei einer Veranstaltung namens „FuckUp Night“ an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main von sich gab: „„Mit 19 habe ich meinen ersten Porsche gekauft. Ich hätte auch mit dem Geld sinnvolleres machen können – NEIN! Wenn man einen Traum hat, muss man ihn leben, sobald man kann.“

Tja, lässt sich nur entgegenhalten: Es gibt 19jährige, die nicht unbedingt von einem Porsche, sondern von einer lebenswerten Zukunft träumen!!

Stephen Hawkings Buch sei nicht nur Herrn Lindner dringendst empfohlen!

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