Keine Angst vor Microsoft Access!: Datenbanken verstehen, entwerfen und entwickeln; Andreas Stern; O’reilly Verlag

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Der auf dem Buchdeckel aufgedruckte Sticker
„Das Standardwerk“ ist korrekt

 

Wer die Auflage Nummer 5 bereits besitzt, benötigt dieses Standardwerk nicht. Denn ausser dem Foto auf dem Deckel, ein paar Zeilen mehr Text in der Einleitung, die von der Seitenfolge etwas Umgebaut wurde, hat sich im Vergleich zur Vorgängerauflage nichts geändert.

Wer aber die 5er-Auflage noch nicht besitzt und mit Access zu tun hat, sei es aus beruflicher Notwendigkeit, sei es aus Neugierde und Spass am Umgang und der Programmierung von Datenbanken, sollte zugreifen.

Ohne die zum Verständnis und der Beherrschung von Access absolut notwendigen theoretischen Hintergrundkenntnisse zu vernachlässigen hat Andreas Stern ein an der Praxis orientiertes Buch geschrieben. Nach dessen Lektüre der Leser wirklich über ein sehr solides Fundament für seine Arbeit mit und in Access verfügt. Wobei der Begriff ‚Lektüre‘ geschmeichelt ist. Um von den erklärten Fakten, Zusammenhängen, Definitionen und auch von VBA und der von Access im Hintergrund verwendeten standardisierten Datenbankabfragesprache SQL Nutzen zu ziehen reicht es bei weitem nicht aus, die knapp 400 Seiten zu lesen. Man muss sich schon die Mühe machen, das Buch durchzuarbeiten und dabei konzentriert mit zu denken.

Die vom Autor gewählten drei Beispieldatenbanken, die für die Käufer des Buches kostenfrei vom O’Reilly-Server ge’downloaded‘ werden können, machen das Durchdenken, Durcharbeiten, Nachvollziehen nicht sonderlich schwer. Bei den drei Beispielen handelt es sich um ein Firmenanwendung, mit der die Abarbeitung von Kundenaufträgen in einem mittelständischen Unternehmen verwaltet werden kann. Als Zweites um eine Vereinsanwendung, mit der die Mitglieder, Trainingszeiten und Wettkämpfe eines Sportvereins sowie als Drittes um eine Privatanwendung, mit der eine Sammlung beispielsweise von Büchern sowie deren Ausleihe an Freunde und Bekannte verwaltet werden kann.

Schritt für Schritt, von der Datenmodellierung über Tabellenstrukturen, notwendigen Relationen zwischen den verschiedenen Tabellen, benutzerfreundlicher Gestaltung von Formularen führt der Autor an die die Probleme, die eine Datenbankentwicklung mit sich bringen und deren effektive Lösung heran. Auch der Import von Fremd-Daten, beispielsweise von XLSsen oder XLSXen, die bisher mit Excel bearbeitet und verwalten wurden, wird erläutert. Die Themenbereiche ‚Abfragen‘ (Queries) und ‚Berichte‘ (Reports) lässt Andreas Stern bewusst aussen vor. Zitat: „In diesem Buch wird bewusst kein Wert auf Vollständigkeit gelegt. Es sollte ein relativ dünnes (und preiswertes!) Buch werden und kein dicker 1000-Seiten-Wälzer, der allein schon mit seinem Umfang den Anfänger abschreckt.“ Der Autor weist jedoch zu Recht darauf hin: wer sich mit den ausführlichen Beschreibungen, die die Gestaltung eines Formulars erläutern, verstanden hat, wird mühelos ansehnliche und sinnvolle Berichte definieren können.

Der Schreibstil ist gut zu lesen, gedanklich nachvollziehbar ohne fünfmal um die Ecke denken zu müssen. Zahlreiche Bildschirmabbildungen (schwarz/weiß) und die mit Skizzen und von Pfeilen (die die Relationen zwischen den Feldern verschiedener Tabellen verdeutlichen) teils übersäten Schaubilder sind dem Verständnis sehr förderlich. Die Fallen, in die man unwillkürlich rein fallen kann, werden aufgezeigt. Bei jedem Kapitel gibt der Autor an, was er mit dem Leser auf den folgenden Seiten warum vorhat. Am Ende eines Kapitels kommt nochmals eine kurze Zusammenfassung unter dem Motto „Was ist wichtig“.

Zitat: „Start: Ich habe keine Ahnung von Access :-[“ … „Ziel: Ich bin begeistert von Access ;-)“.

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