Jetzt lerne ich Ubuntu 18.04 LTS – aktuellste Version Das Komplettpaket für den erfolgreichen Einstieg; Matthias Ristow; Markt & Technik Verlag

Für Ein- und Umsteiger in die Linux-Welt

Vorbemerkung: ich bin mittlerweile ein zu 100% überzeugter Windows-Anwender. Na ja, sagen wir mal zu 95%, denn Windows hat auch seine Macken. Aber die Fortschritte in der Benutzerfreundlichkeit, der Sicherheit, der Stabilität in der Funktion sind mehr als beachtlich. Da ich mit der allerersten Windows-Version 1.0 anno 1985 begonnen habe, mit diesem Betriebssystem zu arbeiten, erlaube ich mir dieses Urteil.

Das Buch habe ich teils aus beruflichem Interesse, teils aus persönlicher Neugierde angeschafft. Linux? Läuft, stürzt so gut wie nie ab, bietet fast ebenso viele Anwendungs- und auch Unterhaltungsprogramme wie Windows, Spiele und so weiter und so fort. So das einhellige Urteil, wenn man sich mit einem ebenso überzeugten Anwender dieser Software-Welt unterhält.

„Jetzt lerne ich Ubuntu Linux“, so der Titel des Buches. Auf den ersten Blick und beim ersten auszugsweisen Lesen macht das Buch ja einen richtig guten Eindruck. In den ersten beiden Kapiteln geht es um die Entwicklungsgeschichte von Linux ganz allgemein, um die verschiedenen Versionen (32 Bit oder 64 Bit), die diversen Distributionen , Partitionierung der Festplatte und Dateistruktur etc. Also doch eher trockene Theorie. Die den Einsteiger eher verschreckt.

Daran schliessen sich die ’schönen‘ Kapitel an. Probe-Start direkt von der dem Buch beigelegten DVD. Die nach den entsprechenden Einstellungen im BIOS/UEFI auch sicher funktioniert. Zwar langsam, aber dafür sicher. Test-Installation auf einem USB-Stick. Wobei danach im BIOS/UEFI die Reihenfolge der Boot-Laufwerke natürlich wieder entsprechend angepasst werden muss. Komplette Installation auf einem neuen Rechner beziehungsweise eine neu partitionierten Festplatte.

Matthias Ristow erläutert dann auch die grundlegende Bedienung und Funktionalität des Betriebssystems: Peripheriegeräte (Drucker, Maus, Tastatur, Scanner etc.) einrichten, Systemeinstellungen, Netzwerk samt Rechtevergabe, Dateien und Ordner, E-Mail einrichten. Eben alles, was zu den Aufgaben und Arbeiten mit einem Betriebssystem gehört. Der Name bringt es ja auch schon zum Ausdruck: es geht um den möglichst fehlerfreien Betrieb des ganzen Systems.

In den Kapiteln wird ebenso wie in den folgenden Kapiteln mit Hinweisen zu notwendigen, zu hilfreichen oder zu Nice-to-have-Programmen fast alles mit Screenshots in Farbe erläutert. Anwendungsprogramme als Alternative zu den bekannten Windows-Anwendungen. Wo sind diese zu finden, wie sind sie zu installieren. Wobei man als zukünftiger Linux-Ubuntu-Anwender nicht in Panik verfallen darf, wenn diverse notwendige Befehle nur über das so genannte Terminal zu erreichen sind. In dessen Befehlszeile hie und da für den typischen Windows-Mausschubser kryptische Zeilen einzugeben sind. Beispielsweise „sudo sed -i „s/NoDisplay=true/NoDisplay=false/g“ /etc/xdg/autostart/* .dekstop“. [WS: Tippfehler vorbehalten!]Alles klar? Zur Erklärung: die gerade zitierte im Terminalfenster einzugebende Befehlszeile zwingt Ubuntu dazu, sämtliche automatisch gestarteten Programme auf dem Bildschirm auszugeben.

Was mich etwas gestört hat an dem Buch: eine schlüssige Erläuterung, wie der Plan, eine bestehende Windows 10 -Installation intakt zu lassen und Ubuntu parallel dazu zu installieren, eine solche Erklärung war nur mühsam zu finden. Es ist eine ziemlich heftige Suche auf den 375 Seiten notwendig. Wobei das umfangreiche Stichwortverzeichnis in dem konkreten Fall leider nicht gerade die grösste Hilfe darstellt. Nach meiner Ansicht hätte das Thema „Ubuntu auf einem tadellos funktionierenden Windows-Rechner installieren, ohne Windows in Mitleidenschaft zu ziehen“ zusammengefasst in eines der ersten Kapitel gehört. Aber Geschmackssache.

Bei der Leistungsfähigkeit von Linux/Ubuntu ist es selbstverständlich, dass auch knapp mehr als 1.000 Seiten umfassende Handbücher angeboten werden. Deren Inhalt logischerweise noch mehr ins Detail gehen. Die aber den Ein- und Umsteiger wohl mehr abschrecken denn ihn an die neue Software-Welt heranzuführen.

Trotz der einen oder anderen Negativ-Kritik ist das Buch von Matthias Ristow eine sehr gute Einstiegshilfe, um dem Mysterium „Linux und Ubuntu“ auf die Schliche zu kommen.

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