Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann; Volker Seitz; dtv | Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann; Volker Seitz; dtv

Eingetragen bei: Buchrezensionen, Sachbuch | 0

Teilweise sinn- und planlos – nicht das Buch, sondern die Entwicklungshilfe

„Das internationale Entwicklungshilfebusiness ist ein lukratives Geschäft mit einem Jahresumsatz von 150 Milliarden Dollar. Und das ist nur die offizielle Summe. Es gibt Zehntausende von Berufsentwicklungshelfern, die die ewige Hilfe als Broterwerb brauch und nutzen. Nach wie vor haben die großen Organisationen Schwierigkeiten, genügend sinnvolle Projekte zu finden, um die Mittel loszuwerden.“ (S. 246)

Das im Zusammenhang, das ein guter, wenn nicht sogar der allergrösste Teil der in finanzieller Form geleisteten Entwicklungshilfe von der im jeweiligen afrikanischen Land herrschenden Clique der Eliteschicht und Regierungsangehörigen (auch im weiteren Umfeld) ‚abgeschöpft‘ und auf Bankkonten im nordischen Ausland gebunkert, zeigt der Autor Volker Seitz stellenweise auf. Ohne hierzu jedoch konkrete Beträge und/oder Namen zu nennen.

Am Beispiel einiger afrikanischer Staaten, insbesondere Botswana erläutert der Autor, wie mit einem nicht diktatorischen, aber straffen Regierungsstil, in dessen Mittelpunkt tatsächlich einmal die effektive Verbesserung der Lebensverhältnisse auch der einfachen Bevölkerung steht, Afrika sich selbst helfen kann. Sicher nicht mit dem ewigen Totschlagargument „Alles eine Folge des Kolonialismus – wir (die afrikanischen Staaten) brauchen mehr Entwicklungshilfe (sprich Geld).“ Sondern durch Verbesserung der Gesundheitsvorsorge, der Bildungsmöglichkeiten, Diskriminierung der Volksstämme untereinander, Diskriminierung der Frauen, Förderung der wirtschaftlichen Existenz durch Gewährung von Mikro-Krediten usw.

Was an dem Buch etwas stört: die logische Struktur ist ohne Zweifel gegeben. Jeder Aspekt wird in einem eigenen, meist kurzen Kapitel aber dennoch ausführlich behandelt. Diese Struktur mach das Lesen aber zugleich etwas mühsam.

Unterm Strich muss aber auf jeden Fall festgehalten werden, dass vor dem Zücken der lockerer sitzenden Geldbörse zur Spendenhochzeit Advent und Weihnachten mehr überlegt wird. Was unter Umständen für die afrikanische Bevölkerung hilfreicher, weil anspornender ist als die gespendeten Euronen auf den Bankkonten ohnehin schon mega-reicher Eliten verschwinden zu lassen. Wie das funktionieren kann, sollte, müsste, das steht in dem Buch.

zur Website des Verlages

direkt zur Website des Buches (Amazon)